Bloggerreise Lecker on tour

*Zu Gast in der Keramikstadt: Höhr – Grenzhausen

20. August 2017

{*Bloggerreise: Ich wurde von der Stadt Höhr-Grenzhausen zu dieser Reise eingeladen. Danke dafür! Jeglicher Inhalt dieses Artikels spiegelt aber meine persönliche Meinung wieder und meine neu entdeckte Leidenschaft für Keramik!}

Et gibt so Einladungen im Leben eines Bloggers, die hören sich so schön „bekloppt“ an, da muss man einfach ohne nachdenken sofort zusagen. So ging es mir, als ich Mitte Mai eine Einladung von der lieben Karin von Bonn geht essen erhalten habe, mit ihr und ein paar anderen Bloggern die Stadt Höhr-Grenzhausen zu besuchen. Ich muss euch ganz ehrlich sagen, dass ich Höhr-Grenzhausen vor dieser Reise nicht kannte. Wenn es euch also genauso geht, nicht schlimm. Nach diesem Beitrag hab ihr aber auf jeden Fall einen Einblick in dieses sympathische und von Keramik geprägtem Örtchen. ♥
Ich hab in meiner Unwissenheit aber erstmal Mister Google befragt und erfahren, dass Höhr-Grenzhausen in Rheinland-Pfalz liegt und zum schönen Westerwaldkreis gehört. Neben der Zugehörigkeit zum Westerwaldkreis, gehört Höhr-Grenzhausen aber auch noch zum Kannenbäckerland und das ist eine Kulturlandschaft, die sich von Wirges im Westerwald bis an das Mittelrheintal nach Bendorf und Vallendar zieht und in dieser Region wurden die bisher größten Tonvorkommen Europas gefunden. Berühmt sind sie auch für das grau-blaue Westwerwälder Steinzeug. Als ich meiner Mama von der Einladung erzählt habe war sie keinesfalls so unwissend wie ich und meinte direkt „Ach wie schön Höhr-Grenzhausen kenne ich. Da haben wir doch auch ein paar grau-blaue Krüge zu Hause von stehen.“ Mama´s wissen halt alles. ♥

Geplant war die Bloggerreise Anfang Juli von Freitag nachmittag, bis Sonntag mittag und „Ziel“ der Reise war es die Stadt und die Leidenschaft für Keramik einmal hautnah kennenzulernen.
In Summe waren wir eine recht kleine Truppe von 6 Bloggern. Ich persönlich fand ja, dass genau das den eigentlichen Charme und die gute Laune in unserer Gruppe ausgemacht hat. Es fühlte sich nicht wie eine Pressereise an, sondern wie ein ganz tolles Wochenenede unter Freunden!
Für die Nacht war das Gute-Laune-Trüppchen jedoch getrennt und Nike und ich waren im Hotel Zugbrücke untergebracht.

Tja und was soll ich euch sagen? Ich hab mich pudelwohl dort gefühlt. Von aussen sieht das Hotel recht unspektakulär aus, von innen ist es aber ein kleiner Designtempel, mit tollen Bildern, Farben und Dekoelementen und die Betten waren super bequem. Solltet ihr also mal in der Nähe sein, schlüpft auf jeden Fall hier unter – et lohnt sich. Zum Hotel selber gehört auch ein großer Spa und Wellness Bereich, indem man sich von vorne bis hinten verwöhnen lassen kann. Leider hat es für mich zeitlich nicht gepasst den Spa Bereich zu besuchen, aber wat nich is kann ja noch werden, ne? 😉

Am Abend haben wir uns alle im BREXX getroffen, einem total netten Laden gegenüber dem Hotel Zugbrücke in dem es handgemachte Steinoffenpizza und hausgebrautes Craftbeer gibt. Zu Beginn haben wir eine kleine Führung mit Craftbeer Verköstigung bekommen. Neben dem Evergreen, dem Lagerbier, wird auch echt interesantes Aromahopfen angeboten, wie zum Beispiel das Holunderweizen. Aroma kommt hier nur auf natürliche Art und Weise in den Braukessel. So hat der Chef persönlich in der Natur nach den weißen Holunderblüten gesucht, um daraus das Holunderweizen herzustellen. Ich persönlich fand es richtig lecker, hatte es doch so eine gewisse Säure und der Holundergeschmack kam auch gut raus.
Nach dem Craftbeer Tasting hatten wir dann auch alle ordentlich Hunger und haben die Pizzakarte studiert. Ich hatte mich für dieses leckere Schätzchen entschieden: „Halali – Tomaten, Fior di Latte, Wildschweinschinken, Wildkräuter, Ziegenkäse, Kartoffelscheiben, Walnüsse“.

Und et war wie zu erwarten super lecker. Die Pizza ist übrigens keine 0815 Pizza, sondern eine Pizza die für nur 9 Sekunden in einem 485 Grad Steinofen gebacken wird. Der Teig dafür hat vorher eine 72 Stunden Teigruhe genossen.
Wenn man dann noch fit genug ist, kann man im Anschluss die Pizzapfunde im BREXX übrigens beim Bowling oder Billard wieder verlieren. Ich dagegen war faul und hab mich für das Programm „Freitag Abend ausklingen lassen bei einem Gläschen Wein“ entschieden.

Der Samstag morgen begann mit einem 1a Frühstück im Hotel. Dort gab es wirklich alles was das Herz begehrt und noch mehr. Sogar nen Sektchen hätte man sich zu früher Stunde schon gönnen können. Nike und ich haben uns dann aber für den klassischen O-Saft entschieden.

Unser erster Stop am Samstag war das Keramikmuseum. Und soll ich ganz ehrlich sein? Ich bin ja nicht so der Museumstyp, mit Kunst tu ich mich auch sehr schwer und so war meine Vermutung, dass der Besuch des Kermikmuseums sich doch eher langweilig für mich gestaltet. Welch ein Glück jedoch, dass eine Frau Pottlecker sich auch mal täuschen kann und so war der Besuch wirklich so gar nicht langweilig. Eher im Gegenteil und verantwortlich war dafür ganz klar die Museumsleitern Monika Gass, die uns durch ihr „Reich“ geführt hat, mit einer Begeisterung und Liebe für die Keramik, die einfach ansteckend war.
Auf mehr als 2500qm kann man im Museum Arbeiten aus rund 5 Jahrhunderten betrachten. Ein großer Schwerpunkt ist jedoch die sich ständig erweiternde Sammlung des rund um Höhr-Grenzhausen gefertigte Salzglasierte Steinzeug, welches von der Unesco sogar als „Immaterielles Weltkulturerbe“ ausgezeichnet wurde.

Normalerweise darf man im Museum ja immer nur schauen und nicht anfassen. Das war hier zum Großteil natürlich auch so, aber Frau Gass hat natürlich auch Verständnis für die Foodblogger-Bedürfnisse und hat ein paar Stücke aus ihrer Kollektion zum Dekorieren und Fotografieren freigegen. Für Essen hatte sie nämlich auch gesorgt und so gab es neben tollen Torten, leckerem Brot und Chorizo-Crostini ein für mich ganz neues Gericht, nämlich „Aschebraten“. Aschebraten ist wohl eine Westerwälder Tradition und ist im Wesentlichen mit Senf marinierter Schweinenacken, der mit Zwiebeln und Speck umwickelt eine längere Zeit in der Glut, bzw. Asche gegart wird. Daher auch der Name. Ich hätte mich da ehrlich gesagt REINLEGEN können. Könnte mir bitte nochmal jemand das Rezept zukommen lassen? Ich muss das unbedingt versuchen genauso lecker nachzukochen. ♥

Nach dem Keramikmuseum haben wir dann noch einen kleinen Abstecher in die Keramikwerkstatt von Charlotte und Sigerd Böhmer gemacht. Dort kann man nämlich den größten historischen Kannofen in Höhr-Grenzhausen sehen, der mit ca. 42qm viel Platz für das Keramikgut hergibt. Neben dem Ofen kann man sich aber auch tolles Keramikgut anschauen und natürlich auch kaufen. Hier bin ich dann auch tatsächlich das erste Mal „schwach“ geworden und hab mir 3 kleine Schälchen gegönnt, die ich schon für das ein oder andere Foodfoto nutzen konnte.

Eins meiner Highlights an dem Wochenende war aber ganz klar der fantastische Koch- und Grillabend auf der Sonnenterrasse des Hotel Heinz. Hier stimmte einfach alles: Die Stimmung, das leckere Essen, das tolle und unwahrscheinlich nette Servicepersonal des Hotels und die Sonne hat uns den ganzen Abend auch begleitet. Was will man mehr?
Da fällt mir auf, dass ich euch noch gar nicht meine Reisecrew für das Wochenende vorgestellt habe. Mit am Start waren also die folgenden Blogger:


Die liebe Nadine von dipitserenity, unser Hahn im Korb Tobi von Der Kuchenbäcker, unsere Wein- und Getränkeexpertin Syvia von Volle Lotte, die absolute spitzen Organisatorin Karin von Bonn geht essen und meine liebste Frühstückspartnerin Nike von nikesherztanzt.
Danke auch an euch, für dieses tolle Wochenende und dass ihr mit eurer guten Laune und positiven Art dazu beigetragen habt, dass ich manchmal Bauchschmerzen vom Lachen hatte! ♥

Natürlich haben wir neben dem ganzen Spaß auch ordentlich gekocht und gegrillt. Sogar ein ganzes Menü habe wir gezaubert:


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Gratinierte Jakobsmuschel mit grünem Spargel in Sauce Hollandaise an gegrilltem Spargel
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Gegrilltes Lammkarre, dazu gefüllte Spitzpaprika mit Couscous und Schafskäse an Süßkartoffel-Gratin und Salsa
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Thunfisch mit Kräutersalat im Honig-Chili-Dressing, Kräuter Relish und buntem Brot
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Dry Aged Roastbeef mit Kartoffeln im Wildschwein-Bacon-Mantel, Pfifferlinge und Barbecue Sauce
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Erdbeer-Mascarpone-Gratin mit Schokoladenküchlein
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Unterstützt wurden wir beim ganzen Kochen übrigens von Kim. Kim ist gelernter Koch und macht wohl öfter solche Kochabende, muste aber zugeben dass er so eine „bekloppte“ Truppe noch nicht in seiner Küche oder auf der Terrasse hatte.
Ich muss aber ehrlich sagen, dass wir uns für diesen Abend auch keinen besseren Koch hätten wünschen können. Kim hatten neben dem ganzen Kochstress Zeit und Spaß daran für uns Instagram Model zu spielen, kleine Videos mit Nike zu drehen, wie man den genau die Butter für die Hollandaise einrührt und und und. 🙂

Das tolle Essen war aber nicht der einzige Haupt Protagonist auf unseren Fotos, denn wir durften alle Gerichte auf tollen Keramikplatten und auf Keramikgeschirr von Künstlern aus der Region fotografieren.
Das habe ich mir natürlich nicht nehmen lassen und habe unser tolles Roastbeef auf einer Platte von Keramik Radl fotografiert. Und Kim durfte natürlich wieder Foodmodel spielen 😉
Ist auch wirklich eins meiner Lieblingsfotos geworden. Neben der tollen Platte und dem Roastbeef liegt es aber auch an der schönen Lederschürze von Kim, die ich so hätte mitnehmen können. Aber ich glaube, er hat sowas geahnt. Aus der Hand gelegt hat er sie nämlich nicht.

Am Sonntagmorgen, muss ich zugeben, habe ich das Ausklingen des Samstag abend bei 1 bis 2 Gin Tonics noch in den Knochen gemerkt, aber das konnte meine Vorfreude auf den nächsten Programmpunkt nicht schmälern. Es stand nämlich der Besuch bei Kaas Heger an.
Hinter Kaas Heger stecken Barbara und Emil. Die beiden haben sich schon auf der Keramik Hochschule in Höhr-Grenzhausen Ende der 80er kennengelernt und haben dann eine Werkstattgemeinschaft und eine Familie gegründet.

Kernstück ihrer Arbeit ist multifunktionales Porzellan, welches durch einen klassisch modernen und eher puristischen Ansatz überzeugt. Ich war sofort im 7. Keramikhimmel, denn das ist genau das was ich schön finde. Tolles Design ohne viel Schnickschnack. Die Schalen gibt es in vielen unterschiedlichen Größen und Proportionen und sind untereinander individuell kombinierbar. Ich durfte drei Schalen und drei kleine Teller mitnehmen und habe sie mittlerweile fast täglich im Gebrauch. Die Tage geht auch noch ein Foodpost online, wo die schönen schwarzen Teller eine Rolle spielen.

Und wenn ihr jetzt auch ein wenig liebäugelt mit schönen Keramikstücken und euch eventuell der Preis abschreckt, so kann ich das absolut verstehen. Ein Satz jedoch ist mir einfach im Kopf geblieben und rechtfertigt die Preise für so tolle Keramikstücke absolut, denn jedes Gefäß, jedes Stück ist ein von Hand geschaffenes Unikat. Also ein Einzelstück. Und bis es zum Verkauf im Regal steht, dauert es teilweise Wochen bis so ein Einzelstück gefertigt wurde. So werden die Stücke erst geformt, dann getrocknet und im Anschluss zweimal gebrannt. Nach jedem Brennschritt werden die Stücke noch geschliffen und zwischen den Brennschritten muss auch einige Zeit liegen. Farbig werden sie auch nicht von allein, und und und. Das ist wirklich noch echtes Handwerk! ♥

Unsere letzte Station der Höhr-Grenzhausen Tour war dann noch der Besuch des Keramik Kasino. Das Keramik Kasino ist ein Showroom für Keramiker aus der Region und existiert seit 2007. Gegründet wurde es von zwei Keramikern aus der Region, nämlich Nicole Thoss und Sandra Nitz.
Bevor hier Keramik ausgestellt wurde, war dies sogar mal ein Kino und davor sogar mal eine Kneipe.

Das Kasino hat durch seine Geschichte auch seinen ganz eigenen Charme und die Licht durchflutetende Räume passen perfekt für die Ausstellung der Keramikstücke. Neben eher gebräuchlichen Keramikstücken findet man hier aber auch richtige Kunst- und Designstücke. Eine bunte Mischung der Keramikwelt sozusagen. Natürlich stellen die Inhaberinnen auch ihre eigenen Stücke aus.

Ich selber merke jedoch, dass mich die eher gebräuchlichen Stücke am meisten interessieren und faszinieren. Teller, Tassen, Kuchenplatten, dass sind die Keramikstücke die ich einpacken könnte. Das ganze Wochenende hat bei mir auch nochmal ein ganz anderes Bewusstsein für „Geschirr“ ausgelöst. Ich geb teilweise für ein selbst gekochtes Abendessen 40€ aus, weil da das Sous-Vide gegaarte Dry Aged Rumpsteak auf meinem Teller landet. Aber auf was für einem Teller eigentlich? Aktuell auf einem 0.30Cent Teller einer schwedischen Möbelfirma. Irgendwie doch auch nicht richtig, oder? Wenn man Essen soviel Bedeutung beimisst, wie ich das tue dann sollte doch auch die Wertschätzung nicht am Teller aufhören?!
Ich suche gerade nach tollem Keramikgeschirr für zu Hause. Einfach weil ich mein Essen in Zukunft nicht mehr vom 0.30 Cent Teller essen möchte UND weil ich einfach dieses Handwerk der Keramik unterstützen möchte. SO – das war jetzt mein Wort zum Sonntag! 😉

Danke an alle, die uns dieses Wochenende so herzlich aufgenommen haben und uns an ihrer Begeisterung und Leidenschaft für Keramik teil haben lassen. Höhr-Grenzhausen ist schon ein ganz besonderes Örtchen und ich bin richtig dankbar, so ein tolles Wochenende dort verbracht haben zu dürfen! Und danke an Karin für die echt tolle Orga! ♥

Fazit 1: Ich bin mir sicher, dass dies nicht mein letzter Besuch in Höhr-Grenzhausen war Ich komm wieder!
FAzit 2: Ich hab Hunger auf Aschebraten. Kann den bitte einer vorbei bringen?? Also ich mein jetzt 🙂

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8 Comments

  • Reply Haydee 21. August 2017 at 13:06

    Dieses Porzellan ♥ Ich hatte das ja schon bei allen auf IG bewundert und wollte alles haben. ALLES! Tja….
    Ansonsten sah das wirklich nach einem gelungenen Wochenende aus. Und lecker. Lecker sah es auch aus 🙂

    • Reply Tine 21. August 2017 at 13:16

      Ja, kann ich verstehen. Hab mich auch sofort verliebt darin ♥
      Es soll auch bald einen Online Shop von Kaas Heger geben – da kannste dann die Kreditkarte glühen lassen. hihi 🙂

  • Reply nike 22. August 2017 at 18:10

    Und ich komm mit! Wunderschöne Bilder von einem traumhaften Wochenende und ich unterschreibe alles! Ganz toll wiedergegeben! <3

    • Reply Tine 22. August 2017 at 21:31

      Dankeschön ♥
      Ich hab beim Schreiben auch wieder richtig Bock auf Wegfahren bekommen. Wie war das nochmal mit Belgien???? hihi 🙂

  • Reply franziska 26. August 2017 at 10:14

    Jetzt möchte ich sofort dahin! <3 So ein schöner Bericht, und so tolle Fotos!

    • Reply Tine 27. August 2017 at 16:53

      Dank dir meine Liebe ♥
      Du hättest auf jeden Fall noch super in unser kleines Ründchen gepasst 🙂

  • Reply Julius 26. August 2017 at 22:31

    Hört sich toll an. Boah, was ein flaches Wortspiel. Nein, ernsthaft, hab es bei Instagram verfogt und jetzt deinen Text gelesen. Ganz toll, finde es immer wieder faszinierend, mal zu sehen, wie Dinge hergestellt werden. Vor allem, wenn es in Handarbeit geschieht 👌🏻

    • Reply Tine 27. August 2017 at 16:50

      Ach, das freut mich dass der Artikel dir gefällt! 🙂
      Ja, so richtiges Handwerk find ich auch immer noch klasse und fasziniert mich auch immer wieder aufs Neue.

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